Bootcamp in der eh. DDR

Nein, nein. Folgender Text handelt nicht von neuen abhärtenden Trainingsmethoden oder leistungssteigernden Aufputschmitteln. Aber die gewählte Überschrift beschreibt am prägnantesten was letzte Woche ein paar Unwissenden vom TWin widerfahren ist.

Zuerst einmal worum geht es überhaupt – Powerman – POWERMAN?? Nein das ist keine Werbung von Duracell und auch kein neuer Blockbuster aus dem Hause Marvel. Sondern Powerman ist eine Serie von international ausgetragenen Duathlon-Veranstaltungen. Also einem Mehrkampf bestehend aus einer Laufetappe über 16km, einer Radetappe über 64km und anschließend nochmals einer Laufetappe über 8km.
Auf den Wettkampf sind wir durch unseren Vereinkollegen, Michael Plendl, gestoßen, der sich bereits im vergangenen Jahr erfolgreich in einer Zeit von 4:27 dieser Herausforderung gestellt hat. Angespornt von dieser Leistung wollten wir Jungspunde sein Ergebnis natürlich unterbieten, aber dazu später mehr.

Der Powerman – Germany fand in Falkenstein in der Nähe von Plauen, Sachsen, statt und somit mussten wir unsere geliebte Blau-Weiße-Heimat verlassen und ins ehemalige Grenzgebiet vorstoßen. Aber die haben bereits auch schon Autobahnen (eh. DDR-Bürger verzeihen mir meinen sarkastischen Unterton) und so trafen wir bereits nach 2 h Autofahrt in Falkenstein ein.
Etwas verunsichert waren wir durch den Wetterbericht, ein paar Tage vor dem Wettkampf, der Dauerregen und 10 °C meldete. Bei der Ankunft schien das Wetter noch zu halten und so luden wir unsere Räder ab und richteten uns in der Wechselzone häuslich ein.

Marion darf sich nun Deutsche Meisterin im Duathlon nennen.

Zuerst startete unsere Vorständin, Marion Schmidpeter, über die Sprintdistanz. Hierfür musste sie zuerst 5km laufen, anschließend 20 km Rad fahren und zum Schluss nochmals 2,5 km laufen. Gleich zu Beginn des Rennens biss sich Marion im vorderen Feld der Athleten fest und konnte mit einer super Laufleistung und einer Zeit von 25:36 bereits wieder die erste Wechselzone erreichen. In Windeseile schwang sie sich auf ihr Rennrad und absolvierte die 20 km Strecke in einer Zeit von 56:07. Für den abschließenden Lauf benötigte sie lediglich noch 15 Min und konnte somit in einer Gesamtzeit von 1:24:35 finishen.  Eine Besonderheit an der Veranstaltung war, dass dort die Deutschen Meisterschaften im Duathlon ausgetragen wurden. Somit bedeutete die tolle Gesamtzeit von Marion nicht nur den ersten Platz sondern auch noch den Titel „Deutsche Meisterin im Duathlon“.
Im Anschluss an die Sprintdistanz wurde die Langdistanz im Duathlon ausgetragen. Wie bereits erwähnt mussten hierfür 16 km Laufen, 64 km Radfahren und nochmals 8 km Laufen absolviert werden. In den letzten Minuten vor dem Start packte mich eine ungewohnte Nervosität, da starker Regen einsetzte. So kam ich über meine Klamottenwahl ins grübeln: „Warum habe ich bloß keine Regenjacke dabei? Ist Einteiler, Weste und Armlinge außreichen? Ach mist!“ Kurzerhand riss ich mir noch kurz vor dem Start meine lange Radjacke drüber und reihte mich im Startberreich ein. Und grübelte wieder: „Warum hört der Regen nicht auf?“ Keine Zeit, Startschuss, Wettkampf.

Andi auf dem Weg zur Wechselzone
Thomas schnappte sich erst mal eine Banane

Die Laufstrecke führte zuerst durch Falkenstein und anschließend ein steiles Stück bergab in eine Talsenke. Ab hier ging es die nächsten 6 km bis zur Wendemarke nur noch bergauf. Gleich zu beginn schloss ich mich mit Andreas Meier zusammen und wir beschlossen die bergauf-Passage in einem moderaten Tempo anzugehen. Bei Km 4 überholte uns ein Konkurrent mit heftiger Schnapp-Atmung. Na ob das die richtige Wettkampftaktik ist? Egal, es ging weiter bergauf und der Regen hielt auch nicht locker. Angekommen an der Wendemarke stellten wir fest, dass unser drittes Team-Mitglied, Reinhold Schmidpeter, uns in nur 200 m Abstand gefolgt war. Aber nun ging es für 5 km bergab und „Laufen lassen“ war angesagt. Auf den letzten 2 km zog Andi das Tempo nochmals an. Ich lies ihn erst mal laufen und versuchte meinen Puls konstant zu halten.

Reinhold schrieb noch schnell eine SMS

In der Wechselzone angekommen wurde mir das Regenwetter erst richtig bewusst. Meine deponierten Klamotten waren bereits patsch nass und in die Tüte mit den Radschuhen lief es auch schon rein. Aber noch war ich positiv gestimmt. Sogleich schnappte ich mir mein Rad und strampelte durch Falkenstein. Gleich zu Beginn musste eine von zwei „Rampen“ auf der Strecke bezwungen werden, wohl dem der auf ein anderes Ritzel setzte, ich natürlich nicht :). So wurde mir wenigstens schön warm. Bei Km 16 befand sich der erste Wendepunkt und kurz zuvor kam die zweite Rampe, nun aber erst mal bergab. Hier wurde mir das Ausmaß des Dauerregens erst richtig bewusst. Der Rettungswagen überholte uns bereits mit Blaulicht und ein Radler lag in der ersten Abfahrtskurve im Graben und versorgte seine Schürfwunden. Noch fühlte ich mich gut und ließ mich von den Vorfällen nicht verunsichern.

Andi auf zum Radfahren
Auf dem Weg zur zweiten Runde spürte man die Kälte

Am Wendepunkt angekommen schloss ich auf Andi auf und er berichtete mir, dass er bereits mit der Kälte kämpft. Ich überholte ihn und feuerte ihn an noch weiter durch zu halten. Kurz drauf musste er der Kälte und dem Regen Tribut zollen und stieg mit einer Reihe weiterer Radler ab und ließ sich zurück zum Start fahren. Ich fuhr weiter zurück nach Falkenstein und begab mich auf die zweite Runde angefeuert von den wenigen Fans. Mittlerweile war ich komplett durchnässt und nun traf auch mich die Kälte. Selbst die steile Rampe hinauf zu fahren brachte da keine Abhilfe, denn die lange zerrende Abfahrt lies nicht auf sich warten. Nun wurde mir auch langsam bewusst, dass kaum noch Radfahrer auf der Strecke waren. Lediglich Reinhold verfolgte mich noch mit ein paar Mitstreitern im Abstand von knapp fünf Minuten.
Bei der vorletzten Abfahrt kurz vor der letzten Wende war es auch um mich geschehen. Der Fahrtwind entzog mir durch die nasse Kleidung den letzten Funken Restwärme und ich beschloss nach 50 Radkilometern auch auszusteigen. Ein paar Minuten später traf dort Reinhold ein, er schnappte sich einen Becher Kaffee und kämpfte sich den vorletzten Berg hinauf. Auf der Laufstrecke erwischte es auch ihn und auch er brach, geplagt von Kältekrämpfen, den Wettkampf ab.

Reinhold absolvierte als einziger von uns die Radrunde

Im Großen und Ganzen war der Powerman Germany ein sehr gut organisierter Wettkampf, nur leider haben die da oben kein Glück mit dem Wetter. Aber da ich noch in die Riege der Powermänner aufsteigen möchte, habe ich bereits beschlossen nächstes Jahr wieder anzutreten. In diesem Sinne hoffe ich das sich der Sommer endlich durchsetzt und die kommenden Wettkämpfe besser ablaufen werden.

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