​Ötztaler Radmarathon – Oberschenkelmassaker 2.0 

Pässe fahren vom Feinsten. Im vergangenen Jahr haben wir uns einem der anspruchsvollsten Pässe der Alpen, dem Monte Zoncolan beim SuperGiroDolomiti, gestellt. Unvergesslich sind die Krampfanfälle die uns nach der einstündigen und 14 ° steilen Bergetappe ereilt haben. So viel Schmerz macht süchtig. Somit war uns schon zu Beginn des Jahres klar, dass heuer eine ebenbürtige Veranstaltung besucht werden muss. Recht schnell viel die Entscheidung auf den Ötztaler Radmarathon.  

Am vergangenen Sonntag war es dann soweit. Ein dreiköpfiges Team vom Triathlonverein Windschatten Neumarkt hat beim Ötztaler Radmarathon teilgenommen. Bei dem wohl berüchtigsten und anspruchsvollen Wettkampf mussten insgesamt 5500 Höhenmeter auf einer Strecke von 238 km, quer durch das Ötztal, bezwungen werden. Der Bergradmarathon ist so begehrt, dass unter 15000 Willigen nur 4000 Teilnehmer per Losverfahren ausgewählt werden. Glück bei der Verlosung hatten Manfred Büttner, Jürgen Weiß und Thomas Bergmann. Für Jürgen und Manfred sollte es eine besondere Herausforderung werden. Erst sechs Wochen zuvor stellten sie sich der Challenge Roth.

Der Startschuss zum Rennen fiel um 6:45 im bekannten Skiort Sölden. Perfekt zum Warmfahren, verlief die Strecke zuerst 30 km leicht abschüssig bis in den Ort Ötz. Ab hier musste der erste anspruchsvolle Abschnitt, mit einer Länge von 20 km und 1200 hm, hinauf ins Kühtai gefahren werden. Die steilsten Rampen verlangten mit 18 % Steigung bereits viel uns ab. Oben angekommen überfielen wir erst mal die rießige Labestation. Angefangen von Gelen über Kuchen und sogar Suppen war für jeden ein Schmankerl dabei.

Gut gestärkt folgte anschließend eine atemberaubende und rasante Abfahrt vom Kühtai hinab nach Innsbruck. Auf den langgezogenen Kurven erreichten wir Spitzengeschwindigkeiten von über 100 km/h.  Ab Innsbruck führte die Strecke 40 km die alte Brennerstraße hinauf. Am Brennerpass angekommen war bereits die Hälfte der Strecke geschafft. Allerdings folgten anschließend noch 2/3 der Höhenmeter.

Ab Sterzing begann nun der dritte Streich der Strecke. Die Auffahrt zum Jaufenpass. Bis hierher fuhren wir drei zusammen als Team. Aber auf den beiden letzten Pässen legte es Thomas drauf an und forcierte das Tempo. Mit 20 Schlägen über der Grundlage konnte er auf der 16 km langen und 1130 hm steilen Auffahrt einige Konkurrenten einsammeln. Oben angekommen wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht über die Südtiroler Gletscher belohnt. Lange konnten wir den Ausblick aber nicht genießen, da es auf vielen engen Serpentinen hinunter nach St. Leonhard ging. Für uns Flachlandbewohner sind solch lange Passabfahrten ein besonderes Highlight.

In St. Leonhard angekommen, ging es sofort weiter mit der letzten und wohl anspruchsvollsten Etappe. Den 30 km langen und mit 1800 hm steilen Anstieg hinauf zum Timmelsjoch. Hier wurde auch der höchste Punkt der Strecke, mit 2800 m erreicht. Die letzten steilen Serpentinen verlangten nochmal alles von den Athleten ab. Und so manch ein Radler verwandelte sich in einen Fußgänger. Bis hierher meinte es auch das Wetter sehr gut mit den Ötztalern. Aber auf der anderen Seite des Timmelsjochs, hinab nach Sölden, braute sich bereits ein Unwetter zusammen. Folglich musste die letzte Abfahrt bei Hagel- und Regenschauer bis ins Ziel in Sölden gefahren werden. Glücklich im Ziel war Thomas mit einer Zeit von 10:57 h. Gemeinsam folgte Manfred und Jürgen mit 11:57 h. Alle drei stürzten sich verdient in die ausgiebige Nudelparty.

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